Grundsätzliches zum MasteringDer Prozess des Masterings wird eigentlich als “Premastering” bezeichnet. Im Audiobereich geht es darum, einer Musikproduktion klanglich den letzten Feinschliff zu geben. Das Premaster dient u.a. als Vorlage für das “Glasmaster”, das im Presswerk erstellt wird. Aber auch wenn es nicht um eine Auflagenherstellung geht, sollte Audiomaterial immer gemastert werden, um den unterschiedlichsten Anforderungen gerecht zu werden.
Ob bei einer klassischen Aufnahme mit einem Orchester, wo es auf Authentizität ankommt, oder bei einem Hörbuch, das auch im Autoradio noch verständlich sein muß. Jeder einzelne Anwendungsbereich erfordert einen eigenen Klang und eine individuelle Dynamikanpassung. Wir mastern (wie auch viele andere Mastering-Studios) vorwiegend mit professioneller Stand-Alone Technik (19 Zoll Studioprozessoren), da die Erfahrung gezeigt hat, dass herkömmliche Software-Lösungen hier einfach nicht mithalten können. Gerade wenn es um Wärme, Transparenz und Durchsetzungsfähigkeit geht, setzen wir auf Röhrenprozessoren und digitale Kompressoren und Limiter der High-End Klasse. Die komplette Mastering-Sektion ist außerdem mit VOVOX®-Kabeln ausgestattet, da wir auch hier keine Kompromisse eingehen. Stem-Mastering Stem-Mastering bedeutet, dass vor dem eigentlichen Mastering-Prozess nicht nur eine Stereomischung vorliegt, sondern verschiedene Stereospuren, in denen mehrere Instrumente, oder Gesangsspuren zusammengefaßt sind. Diese Stereospuren können dann beispielsweise mit sehr unterschiedlichen Equalizer-Einstellungen bearbeitet, oder gesondert komprimiert werden. Ein sehr gutes Beispiel gibt es von Ixora Hollow, bei dem die Drums, der Bass, die Gitarren und die Keyboards jeweils als Stereomischung vorlagen.
Mastering-AblaufDer technische Ablauf des Masterings kann durchaus variieren. Das hängt von Faktoren wie z.B. Musikgenre, Anwendungsgebiet und natürlich auch von den Klangvorstellungen des Kunden ab. Aus diesem Grund hat bei uns jeder Song (oder jedes Audiomaterial) seinen eigenen Stellenwert und wird somit auch individuell bearbeitet.Das am häufigsten verwendete Equipment in professionellen Mastering-Studios besteht unter anderem aus einem Multiband-Kompressor, der die verschiedenen Frequenzbereiche des Audiomaterials in der Dynamik begrenzt und dafür sorgt, dass Pegelverhältnisse angeglichen werden und der Sound druckvoller und präsenter wird. Danach folgt eine Klangbearbeitung mittels eines parametrischen Equalizers mit mindestens vier Frequenzbändern, mit dem sich z.B. störende Frequenzen schmalbandig absenken lassen. Natürlich können an dieser Stelle auch ein zu schmal geratener Bassbereich, sowie auch Gesang, der in der Stereosumme unterzugehen droht, etwas herausgearbeitet werden. Das Ende dieser Standardkette bildet meistens ein hochpräziser und verfärbungsfreier Limiter, der die Stereosumme nochmals verdichtet und das Material auf die heute üblichen (knapp) 0 dB bringt.Darüber hinaus werden je nach Beschaffenheit des Ausgangsmaterials, oder nach speziellen Soundvorgaben, weitere Geräte (Tools) eingesetzt, um allen Anforderungen gerecht zu werden. Oftmals wird z.B. ein Exciter/Enhancer mit zusätzlicher Stereobasisverbreiterung eingesetzt, um das Klangbild transparenter und räumlicher zu bekommen. Soll der Bassbereich (z.B. für Hip-Hop- oder House-Produktionen) extrem erweitert werden, kommen Bass-Enhancer zum Einsatz, die sowohl vorhandene Bässe stark anheben, als auch den Subbassbereich verstärken können. Immer häufiger wird auch eine M/S-Matrix eingesetzt, die das reine Stereosignal in ein Mittensignal für die Monoanteile und ein Seitensignal, das die Stereoanteile enthält, aufteilt. Durch dieses Aufsplitten läßt sich gezielter in das Klangbild eingreifen; die zwei Signale können z.B. unterschiedlich im Klang bearbeitet werden, bevor aus ihnen wieder ein Stereosignal wird.
Durch diese umfangreichen Bearbeitungsschritte, erhält das Audiomaterial den nötigen Druck, Prägnanz und Transparenz; alles Merkmale, die nötig sind, um den Mix zu veredeln und um mit internationalen Topproduktionen mithalten zu können. Medien für PremasterSoll das gemasterte Material ins Presswerk gehen, erhalten die Dateien auf Wunsch noch das sogenannte “PQ-Editing”, in dem Titelanfänge, Pausen, sowie Subindizes (zusätzliche Marker innerhalb der Tracks) festgelegt werden können. Darüberhinaus können noch CD-Text, EAN-Codes und ISR-Codes (ISRC) zur leichteren Abrechnung zwischen Sendeanstalt und Label mit eingebunden werden. Als Standardformat für Presswerke nutzen wir DDP-Images, da dieses Format derzeit das zuverlässigste ist. Auf Wunsch erstellen wir auch Audio-CD’s oder Daten-CD’s mit WAV- oder AIFF-Dateien. Für das Erstellen und Versenden von Audio- oder Datenmedien berechnen wir pauschal 20 €.Vinyl-MasteringEs gibt zahlreiche Vorgaben für ein perfektes Vinyl-Master, nicht selten wird jedoch einfach das Premaster für die CD 1:1 übernommen, ohne dass es Probleme gibt. Bei Fragen zu diesem Thema stehen wir selbstverständlich zur Verfügung und stellen auch gerne die Verbindung zu einem Presswerk unseres Vertrauens her.Bei all diesen Vorgängen ist der Techniker gefordert, der einschätzen kann, wie er bei jedem einzelnen Mix vorzugehen hat. Von Klassik über Jazz, Rock, Hip Hop, Techno und Pop, bis hin zu Metal-Produktionen oder Werbejingles, jedes Audiomaterial ist individuell zu bearbeiten und erfordert das geschulte Ohr des Mastering-Engineers. |




